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Eigentlich war es ja nur eine verrückte Idee. Drei Frauen saßen zusammen und wollten ein Buch schreiben. Dieses Buch sollte natürlich auch verkauft werden.
Eine dieser drei Frauen war ich. Und weil ich im Hauptberuf Apothekerin bin und damit auch Kauffrau, dachte ich bei dem Stichwort "verkaufen" sofort an das Finanzamt und bei dem Stichwort "Nebenerwerb" dringend an die Apothekerkammer und das Apothekengesetz. Auf keinen Fall durfte dieses Buch mit meinem Apothekengeschäft durcheinander kommen. Also gründete ich nach genehmigter Nebentätigkeit einen Kleinverlag.
Es sollte nur eine kurzlebige Sache werden. So war jedenfalls die Planung. Ein Verlag, der ein Buch druckt und sich wieder auflöst, wenn dieses Buch komplett abverkauft ist.
Denkste.
Bei den Recherchen für dieses Buch (es waren übrigens die "Haselünner Frauen", die Anne-Rose Lübken und Rita Riedel mit mir schrieben) kam so viel interessantes geschichtliches Material zusammen, daß es zu schade gewesen wäre, es nicht zu nutzen. Also begann ich ein zweites Buch. Und ein drittes, Und so weiter....
Ein Ende ist nicht abzusehen. Inzwischen veröffentlichen wir sogar auf Englisch, mit einem speziellen englischsprachigen Imprint für Fantasy: Smiling Wyvern Press.
Bücher verlegen macht Spaß, jedenfalls dann, wenn man nicht finanziell darauf angewiesen ist (sonst kann es reichlich frustrierende Arbeit sein). Vor allen Dingen dann, wenn es besondere Bücher sind. Habe ich schon erwähnt, daß ich ein Büchernarr bin?
Dazu gehört auch, daß ich mir irgendwann die Grundlagen des Buchbinder- Handwerkes beigebracht habe. Diverse Kurse des Jugendherbergswerkes bildeten die Grundlage dazu. Deshalb gibt es bei mir auch Minibücher und Künstlerbücher. Ohne meine eigene, hoffnungslos unterbezahlte Arbeitszeit wären die nämlich so nicht machbar – oder nur zu erheblich höheren Preisen.
Aber, wie schon gesagt, ich bin halt ein Büchernarr, und ich investiere diese Arbeit, weil sie mir Spaß macht.
Ach ja, mein Verlag ist zwar ein Eine-Frau-Verlag, aber die Druckereien (hier insbesondere die Booksfactory) und diverse Freunde und Bekannte, die freiwillig (na gut, ich überrede sie manchmal mit einem guten Apothekenlikör) und unentgeltlich bzw. für ein besseres Taschengeld mithelfen, würden meine Bücher nur halb so gut sein.
Besagte freiwillige Helfer sorgen nämlich unter anderem dafür, daß die erschreckend vielen Druckfehler, die ich sonst produzieren würde, ordentlich dezimiert werden.